Sankt Augustin (ots) –
Sankt Augustin – Nach genau 731 Tagen, über 6.000 Flugstunden und 427 Prüfungen beim Luftfahrt-Bundesamt haben gestern insgesamt 33 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der Bundespolizei und der Polizeien der Länder ihre Lizenzen als Berufshubschrauberpilotinnen/-piloten und Flugtechniker erhalten.
Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Polizeirat Moritz Imbach, Leiter der Luftfahrerschule, gemeinsam mit den zukünftigen Staffelleitern aus Bund und Ländern, den Absolventinnen und Absolventen die langersehnte Urkunde. Das Bundespolizeiorchester München begleitete die feierliche Lizenzübergabe.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs verstärken die neuen Absolventen des Lehrgangs ihre Heimatstaffeln und sichern deren ständige Einsatzbereitschaft. Die Absolventinnen und Absolventen stammen aus den neun Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Der Vizepräsident der Bundespolizeidirektion 11, Ivo Priebe, würdigte die Leistungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 45. Ausbildungslehrgangs und sagte: „Fliegen im Dienst ist weit mehr als die Beherrschung eines Luftfahrzeugs. Es verlangt Konzentration, Disziplin, Erfahrung und die Fähigkeit, auch unter hoher Belastung klare Entscheidungen zu treffen. Mit der erfolgreichen Ausbildung haben die Pilotinnen und Piloten den Grundstein für ihre fliegerische Karriere gelegt.“
Mit Blick in die Zukunft des polizeilichen Flugbetriebes, sagte Vizepräsident Priebe: „Der Flugdienst der Zukunft wird nicht allein durch den klassischen Hubschrauber geprägt sein. Unbemannte Luftfahrtsysteme werden zunehmend Teil der polizeilichen fliegerischen Fähigkeiten werden.
Die Zukunft liegt im intelligenten Zusammenwirken von beiden Systemen. Drohnen können dort eingesetzt werden, wo ihre besonderen Fähigkeiten einen Mehrwert bieten. Der Hubschrauber bleibt dort unverzichtbar, wo Geschwindigkeit, Reichweite, Flexibilität, Personaltransport oder unmittelbare Intervention gefragt sind.
Carsten Herrmann, Leiter der Bundespolizei-Fliegergruppe, ergänzte: „Sie bringen alles mit, was Sie für Ihre Aufgaben brauchen. Wir sind stolz auf Sie, wir freuen uns auf Sie, wir brauchen Sie. Als Piloten und Flugtechniker, aber darüber hinaus als zukünftige Mitgestalter und Verantwortungsträger für die Entwicklung unserer Polizei-Flugdienste in Land und Bund.
Mit dem Abschluss dieser umfassenden Ausbildung sind die frisch lizenzierten Berufshubschrauberpiloten/-innen bzw. Flugtechniker bestens vorbereitet, um in einer zunehmend komplexen Sicherheitslandschaft ihren Dienst zu leisten und somit die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten“.
Hintergrund:
An der Luftfahrerschule für den Polizeidienst werden Polizeibeamte des Bundes und der Länder zu Pilotinnen und Piloten aus- und fortgebildet.
Die Schule spielt hier eine zentrale Rolle bei der Ausbildung und Weiterqualifizierung, die im fliegerischen Dienst der Polizei notwendig ist.
Neben der Bundespolizei betreiben auch 13 Bundesländer eigene polizeiliche Luftfahrzeuge. Durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden wird nicht nur die Effektivität und Effizienz im Einsatzbetrieb gesteigert, sondern auch die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Sicherheitsstandards für den Betrieb von Polizeihubschraubern und -flugstaffeln in Deutschland gewährleistet.
Die Bundespolizei-Fliegergruppe der Bundespolizeidirektion 11 hat ihren Sitz in Sankt Augustin bei Bonn. Zu ihr gehören der Instandhaltungsbetrieb, die Luftfahrerschule für den Polizeidienst sowie die sechs Bundespolizei-Fliegerstaffeln (BPOLFLS) in Oberschleißheim bei München, Sankt Augustin bei Bonn, Fuldatal bei Kassel, Blumberg bei Berlin, Fuhlendorf bei Hamburg und Gifhorn bei Braunschweig
Die Bundespolizei-Fliegergruppe fungiert als Servicedienstleister für die Behörden und Dienststellen der Bundespolizei sowie für andere Bundes- und Landesbehörden mit sicherheitsrelevanten Aufgaben. Darüber hinaus unterstützt sie auch internationale Behörden und Organisationen, wie die Europäische Grenzschutzagentur FRONTEX.
Mit einer Flotte von derzeit 93 Hubschraubern verschiedener Gewichtsklassen ist die Bundespolizei-Fliegergruppe nach der Lufthansa der zweitgrößte Betreiber ziviler Luftfahrzeuge in Deutschland und zählt zu den größten polizeilichen Flugdienstorganisationen weltweit.
Der operative Flugbetrieb der Bundespolizei-Fliegergruppe dient vor allem der Unterstützung der täglichen Aufgaben der Bundespolizei, wie der Grenz-, Bahn- und Seeüberwachung, und trägt somit maßgeblich zur Sicherheitslage in Deutschland bei.
Die regelmäßige Bereitstellung von Lufttransportkapazitäten für bundespolizeiliche Eingreifkräfte an den Wochenenden ist einer der Einsatzschwerpunkte des Flugdienstes der Bundespolizei. Diese Hubschrauber stehen auch für alle kurzfristigen polizeilichen Lagen und für Einsätze im Rahmen der Not- und Katastrophenhilfe zur Verfügung.
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Christian Marx
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Quelle: ots
